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1867 entwickelte der Frankfurter Heinrich Nestle die erste künstliche Babymilch. Damit revolutionierte er nicht nur die Babyernährung, sondern legte den Grundstein für eine der stärksten Marken der Welt. 2016 feierte Nestlé, der grösste Hersteller von Marken-Lebensmitteln in der Schweiz, seinen 150. Geburtstag.

Auch Nestlé hat einmal klein angefangen. Als elftes von vierzehn Kindern kam Heinrich Nestle 1814 in Frankfurt am Main zur Welt. Nach seiner Apothekerlehre ging er auf Wanderschaft und strandete in Vevey. Hier wurde Henri Nestlé zum umtriebigen Tüftler. Er erkannte den Zusammenhang zwischen Mangelernährung und Kindstod – Stillen galt damals als unschicklich – und erfand 1867 «Nestlés Kindermehl», eine nahrhafte Mischung aus kondensierter Kuhmilch und zwiebackähnlichem Brot. Er schuf damit einen bahnbrechenden Lebensretter – und legte den Grundstein für einen Weltkonzern, der heute 335 000 Menschen beschäftigt und in 189 Ländern präsent ist. 2016 blickte Nestlé auf seine 150-jährige Erfolgsgeschichte zurück: Aus der innovativen Idee eines Apothekergehilfen ist eine der stärksten globalen Marken geworden.

Über 2000 Marken vereinen sich heute unter dem Dach des Nestlé-Konzerns. Bereits Henri Nestlé hatte als einer der Ersten in der Schweiz die Stärke einer visuell etablierten Marke erkannt und sein Familienwappen – das Nest – mit seinem ersten Produkt verbunden. Bis heute ist das Nest symbolträchtig: Im Juni 2016 eröffnete Nestlé in Vevey den Erlebnisraum «nest», in dem die Besucher in die 150-jährige Geschichte der Marke eintauchen können. Mit dem Logo begann die Erfolgsgeschichte der Marke Nestlé. Die enge Bindung zwischen Hersteller und Produkten wurde mit jeder Marke, die Nestlé lancierte oder aufkaufte, gestärkt, so etwa mit Cailler 1929 oder Maggi 1947.

Guter Riecher für neue Produkte

Nestlé hatte nicht nur mit Babymilch und den Würzen und Saucen von Maggi einen guten Riecher – dem Unternehmen gelang es dank seiner Innovationsbereitschaft immer wieder, neue Produkte auf den Markt zu bringen, die den Ernährungsbedürfnissen der Gesellschaft entsprachen: Kondensmilch und löslicher Kaffee waren ein Segen für die Soldaten im Ersten Weltkrieg. Tiefkühlkost und Fertiggerichte passten perfekt in die 50er-Jahre, als sich immer mehr Haushalte einen Kühlschrank leisten konnten und die Frauen mehr arbeiteten.

Gesundheit durch Ernährung steht bis heute im Zentrum von Nestlés Selbstverständnis. Was damals unbewusst mit Nestlés Kindermehl begann, hat heute System: Die Nestlé Health Science entwickelt seit 2011 wissenschaftlich Nahrungsmittel, die gegen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen sollen. Nestlés Überzeugung war stets: Wer Erfolg will, muss Mehrwert schaffen – für die Investoren, aber auch für die Gesellschaft.

Starke Schweizer Marke

Nicht unerheblich für den Erfolg von Nestlé ist die enge Bindung an die Schweiz, auch heute noch die Heimat des Nahrungsmittelriesen. Nestlé profitiert seit jeher vom guten Image der «Marke Schweiz», die für Innovation und Qualität steht. Und die Schweiz ihrerseits profitiert von der Strahl- und Finanzkraft von Nestlé. Das Unternehmen blieb jedoch nicht nur seiner Herkunft treu – auch in Sachen Markenverständnis, Innovationsgeist und Firmenphilosophie zeichnet sich Nestlé durch Kontinuität aus. Vielleicht ist dies das Geheimnis seines Erfolgs.

 

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