«Der Standort Schweiz ist ein Stück unserer DNA»
Eine neue Schokoladen-Erlebniswelt, eine grössere Produktionsstätte – Chocolats Camille Bloch setzte 2017 ein klares Zeichen für den Standort Schweiz. Mit den Millioneninvestitionen ebnet Patron Daniel Bloch der Firma den Weg in die Zukunft.

Das neue Besucherzentrum von Chocolats Camille Bloch in Courtelary ist eine interaktive Erlebniswelt, in der seit Ende Oktober 2017 Kinder und Erwachsene mit allen Sinnen in die süsse Welt der Schokolade eintauchen können. Es ist eine Welt, in welcher der Zauber rund um die Schokolade gefeiert wird – aber auch die Geschichte der Traditionsmarken Ragusa und Torino und die Leidenschaft einer Unternehmerfamilie, die bereits in dritter Generation Schweizer Schokolade produziert. Mit dem 40 Millionen Franken teuren Bauprojekt, welches auch den Ausbau der Produktionsstätte umfasste, setzte Daniel Bloch ein klares Zeichen: Mit «dem gewaltigsten Sprung» in der Firmengeschichte zeigte er 75 Jahre nach der Lancierung von Ragusa, dass er vom gleichen Innovationsgeist angetrieben wird wie sein Grossvater und sein Vater und er die Erfolgsgeschichte der Firma weiterschreiben will. Und zwar in der Schweiz.

Seit 1935 im Berner Jura verwurzelt

Daniel Bloch glaubt fest daran, dass es sich auch heute noch lohnt, in der Schweiz industriell Schokolade herzustellen. Der Patron, der die Geschicke der Firma seit 20 Jahren in dritter Generation leitet, setzt damit einen Gegentrend in der Branche – trotz Preisdruck durch hohe Rohstoffpreise und durch die viel billigere Schokolade, die aus dem Ausland in die Schweiz drängt. Trotz Umsatzrückgängen wegen des starken Frankens. «Für uns stand nie zur Debatte, im Ausland zu produzieren», sagt er, «der Standort Schweiz ist ein Stück unserer DNA.» Als Familienunternehmen mit 200 Mitarbeitenden sei Camille Bloch seit 1935 tief im Berner Jura verwurzelt – und an diesen Wurzeln wolle man festhalten.

Dieses Statement unterstreicht das Familienunternehmen auch mit dem kürzlich erneuerten Erscheinungsbild: Ein Schriftzug aus den Gründerjahren wurde wieder zum Leben erweckt – er soll die Herkunft und das Savoir-faire aus Manufakturzeiten in den Fokus stellen. Die Firma geniesse in der Schweiz die volle Unterstützung aus Bevölkerung und Politik. «Wir beobachten die Tendenz zu neuen Regulierungen, die KMU oft überpro portional treffen, mit einer gewissen Besorgnis», sagt Bloch – insgesamt biete die Schweiz aber auch heute noch ein gutes Umfeld, in das man sich als Unternehmen einbringen könne und wo man investieren wolle.

Innovationskraft dank Erfahrung

«Als Familienunternehmen denken wir langfristig», sagt Bloch, «wir können es uns erlauben, uns im eigenen Tempo zu bewegen.» Die über Generationen weitergegebenen Erfahrungen ermöglichten ein Urvertrauen, welches die Innovations kraft stärke. «Unsere Motivation ist nicht der kurzfristige Gewinn, sondern die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens.» Mit dem Ausund Neubau hat Daniel Bloch nicht nur die Marken gestärkt, sondern auch die Voraussetzung geschaffen, dass das Familienunternehmen auch für die vierte Generation noch attraktiv sein wird.

Dank vergrösserter Kapazitäten von Produktion und Logistik kann Camille Bloch künftig doppelt so viel Ragusa und Torino produzieren. Dies ermöglicht eine verstärkte Expansion ins Ausland: «In der Schweiz können wir höchstens durch Innovationen wachsen, doch der Platz in den Regalen der Supermärkte ist begrenzt – unser Potenzial liegt deshalb im Export», sagt Daniel Bloch. 2017 ging das Unternehmen, das heute 80 Prozent seiner Produkte in der Schweiz absetzt, in die Offensive und lancierte erstmals eine landesweite Kampagne in Deutschland für die Marke Ragusa. «Als Schweizer Traditionsprodukt richtet sich Ragusa dort an qualitätsbewusste Konsumenten, die sich gerne etwas Besonderes gönnen.»